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Cornelia Kleinsteuber

Pferd mit eindeutigen Gebissproblemen

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Hallo Frau Lehmenkühler,

unsere Familie hat sich letztes Jahr im März erstmals ein Pferd gekauft. Keiner von uns kann reiten und wir hatten auch sonst kaum Ahnung. Ich hatte vor über 30 Jahren mal eine kurze Zeit bei einem privaten Rennpferde-Trainer und Besitzer eine Stute betreut und bin auch nur im Gelände mit geritten.
„Biene“ ist ein Schwarzwälder/Araber-Mix, beim Kauf 12 Jahre alt und laut Händler Western geritten. Wie das so üblich ist, haben wir u.a. neues Zaumzeug mit doppelt gebrochener Trense gekauft. Anfangs haben wir Biene auf dem Pensionsgelände frei im Round Pen mit Knotenhalfter laufen lassen und ihr war das wohl auch bekannt, denn es funktionierte prima. Da nach Aussage, das Pferd hierbei nichts lernt, sollten wir sie nach Anleitung mit Trense longieren. Je öfter wir Biene longiert haben, desto widerspenstiger wurde sie.
Endgültig Schluss war für mich mit dieser Art des Longierens als Biene so böse wurde und uns und die Reitlehrerin nacheinander durch die gesamte Reithalle zerrte, stieg und sich nicht mehr beruhigte. Ich hatte bereits einige Male zuvor darauf hingewiesen, dass die Trense womöglich so im Pferdmaul zerrt und Biene Schmerzen bereitet.
Das Pferd muss und wird sich daran gewöhnen. Alle anderen Pferde werden auch so longiert, wurde mir gesagt.
Auf Grund dieser Situation bin ich aufmerksamer geworden und stellte fest, dass eine Reiterin ihr Pferd mit Kappzaum longierte – ohne Gebiss. Daraufhin borgten wir uns diesen Kappzaum und probierten. Wir waren total begeistert, Biene ging wie ein Lämmchen! Ich habe einen Kappzaum gekauft und es klappte von Anfang an prima. Im Gegenteil - jetzt wird Biene sogar etwas faul.
Biene wurde hin und wieder von einer langjährigen Reiterin Korrektur geritten. Meine Tochter und ich lernen ja auf Biene erst reiten. Da Biene beim Reiten jedoch auch immer schwieriger wurde und sie sich auch immer mehr Unarten angewöhnte, wurde das Reiten lernen auf unserem Pferd allmählich wirklich gefährlich. Bei jedem Geräusch (auch manchmal ohne Grund) raste sie los und man konnte sie kaum anhalten, ständig hatte sie viel Weißes im Auge, immer war Anspannung im Pferd, kam man vor dem Reiten mit der Trense, schnellte ihr Kopf herum und sie biss, beim Reiten versuchte sie ständig den Kopf weit nach oben zunehmen, nach dem Reiten nickte sie heftig und lange mit dem Kopf auf und ab und schubberte sich, wo es auch ging, während des Korrekturreitens sah ich dann deutlich, wie Biene den Kopf plötzlich von selbst immer wieder ganz eng an die Brust nahm, außerdem hing ihr während des Reitens immer öfter die Zunge an der Seite heraus.
Ich fand das alles nicht normal.
Immer wieder sprach ich die besonders positive Wandlung durch den gebisslosen Kappzaum beim Longieren an und dass das Gebiss beim Reiten die gleiche schmerzhafte Wirkung erzielen könnte. Leider wurde meine Meinung als Anfänger natürlich überhaupt nicht akzeptiert.
Wir spielten schon mit dem Gedanken Biene wieder zu verkaufen, weil es viel zu gefährlich mit ihr wurde. Es gab auch Meinungen, Biene sei stur und bösartig. Da wir bereits einige Male von ihr runtergefallen waren, half das unserer reiterlichen Entwicklung gar nicht. Das Vertrauen war weg.
Ich konnte keine Nacht mehr schlafen und machte mir Gedanken, weil ich nicht weiter wusste.
Im Spätherbst kam eine neue Einstellerin mit ihrem Pferd. (Und dafür bin ich heute noch dankbar und froh.) Diese Einstellerin reitet ihr Pferd mit Glücksrad. Ich hatte vor geraumer Zeit einmal einen Bericht im Fernsehenüber das Glücksrad gesehen und so war mir dieses Teil nicht so unbekannt.
Ich sprach mit unserer Korrekturreiterin, ob wir das Glücksrad auf Biene nicht mal ausprobieren könnten. Diese lehnte sofort ab, es sei viel zu gefährlich. Wer sollte denn dieses Pferd gebisslos reiten? Kurze Zeit später kam ich mit der Einstellerin ins Gespräch und diese erzählte freudig über die positive Veränderung bei ihrem Pferd durch das Glücksrad. Letztlich bot Sie sich an, das Glücksrad auf Biene zu probieren und sie wollte auch selbst reiten. Obwohl wir nicht wussten, wie Biene reagieren würde, ob und wie es klappt, war ich überglücklich. Schließlich wollte ich nichts unversucht lassen und jede mögliche Chance nutzen. Wir haben in der Reithalle das Glücksrad auf Biene getestet –und es funktionierte! Biene blieb ruhig und reagierte auf die gegebenen Hilfen. Man sah förmlich ein großes Fragezeichen in Bienes Augen aber sie schien recht zufrieden. Wir waren total begeistert. Mit großen Bangen haben wir dann Tags drauf Biene und das Glücksrad selbst getestet (trotz unserem fehlenden Reiterkenntnissen). Biene blieb ganz lieb!
Ich habe umgehend ein Glücksrad bestellt und gekauft. Einfach klasse! Ohne das Glücksrad hätten wir Biene verkaufen müssen. Jetzt ist sie artig beim Reiten, auch wenn wir es Biene mit unserer unerfahren Reiterweise bestimmt nicht immer leicht machen. Das Vertrauen, auch im täglichen Umgang, ist auf beiden Seiten in ganz kurzer Zeit immens gestiegen. Jetzt kann man mit ihr schmusen, sie döst beim Putzen, sie hört.
Wir alle sind einfach glücklich! Es war mit Biene ein langer, nerviger, schlafloser und stressiger Weg – aber es hat sich gelohnt!
Herzlichen Dank für Ihre geniale Erfindung!!!
Wir hatten es uns auch angewöhnt unser Pferd beim Spazierengehen mit dem Knotenhalfter zu führen. Die Meinung im Stall (auch unter den Einstellern) war jedoch die, dass man nur mit Trense genug Kontrolle über das Pferd beim Führen hat. Wir wurden eindringlich darauf hingewiesen, wie gefährlich unsere Art des Spazierengehens sei. Wir sind jedoch bei unserer Variante geblieben – und es funktioniert bis jetzt.
Man sollte eben nicht alles gedankenlos übernehmen, denn wie man sieht, auch langjährige Pferdeleute machen nicht immer alles richtig. Man sollte öfters mal auf sein Pferd „hören“, denn das weiß genau, was es ertragen kann oder nicht. Ich denke auch Zwang und „durchgreifen“ ist nicht unbedingt immer die beste Lösung.
Bei Biene hätten wir das Vertrauen beinahe verspielt, wenn wir so weiter gemacht hätten, wie am Anfang.
Ich hoffe, denke und weiß, das Glücksrad wird noch ganz viele Pferde und Reiter glücklich machen!
Cornelia Kleinsteuber und Familie
Cornelia Kleinsteuber, Juli 2009

 

 

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